Sinnlos vs. absichtslos

Ich sitze gemütlich und höre einen Podcast, lausche beiläufig den Gedanken des bekannten Schauspielers. Meine Aufmerksamkeit wandert. Dann wacht plötzlich der Moderator auf. Er stimmt plötzlich mit Begeisterung zu. Oh, etwas Spannendes, etwas Schlaues! Hab ich etwas verpasst? Ich spule eine Minute zurück. „ … was Sinnloses tun. Kinder machen oft etwas sinnloses. Erwachsene haben das verlernt. Erwachsen sein bedeutet nur Dinge zu tun, die einen Sinn haben. Ich freue mich, wenn ich etwas Sinnloses tue! Dann entsteht etwas Kreatives!“

Meine Gedanken wandern. Sinnlos… Tu ich je etwas Sinnloses? Was könnte ich tun, das sinnlos ist? Ich weiß nix Sinnloses? Nichts! (Kurze Panik!!) Meine Gedanken nehmen Fahrt auf. Sinnlos ist Handy spielen. Entsteht da was Kreatives? Nein, das kann er nicht meinen. Fernsehen, Same! Fensterputzen vor dem Regen. Total sinnlos! Wenig Potenzial für Kreatives. Ich denke wohl in die falsche Richtung.

Bin ich so „erwachsen“, dass mir nix Sinnloses einfällt. Wer bestimmt ob etwas sinnlos ist? Ist das nicht sehr subjektiv? Ist es nicht einfach eine Bewertung? Was ist es mir wert? Hat es für mich Wert? Hält die Gesellschaft es für wertvoll? Ist sinnlos gleich wertlos? Ist das dann kreativ?

Es vergehen Tage und ich befrage die Leute in meiner Umgebung nach dem Sinnlosen. Meine Gedanken spinnen einen Knoten in meinem Kopf, was Kreatives ist nicht dabei. Es folgen Tage des Sinnierens über: Was ist kreativ und wer darf das als solches bewerten? Das Gewurschtel in meinem Kopf verdichtet sich. Kurz bevor ich gezwungen werde, das Gedanken Kuddelmuddel zu entsorgen, finde ich plötzlich das eine Ende des Gedankenfadens, das wie durch Zauberhand das Wirrwarr mit einem kleinen Ruck löst!

Die Idee war richtig, das Wording war falsch!!

Nicht sinnlos, sondern absichtslos ist das magische Wort!

Absichtsloses kritzeln, kochen, bewegen, singen, am Klavier herum klimpern… Da fallen mir viele Beispiele ein! Die Absichtslosigkeit ist spielerisch, ist wertfrei, spontan, intuitiv und ganz bestimmt auch kreativ! Genau das, ist es, was ich an der Trager Arbeit so liebe!

Absichtslos und wertfrei begegnen ich.

Spielerisch und kreativ bewege ich.

Intuitiv und spontan berühre ich.

Immer im Hin und Jetzt in voller Präsenz! - Entspannung und Wohlgefühl für Körper und Geist.

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Ein Frühlingssonntag